Sulmtaler Huhn

Das Sulmtaler Huhn ist ein wetterfestes Zweinutzungshuhn, das – wie früher üblich – sowohl Eier als auch Fleisch in ordentlichem Umfang liefert. Es stammt vom schweren Schlag des steirischen Landhuhnes ab, das seit mehr als 300 Jahren hauptsächlich im steirischen Sulmtal gezüchtet wurde.

 

 

Historie

 

Um 1800 bildete die Hühnerzucht in der Steiermark einen wichtigen Zweig der Landwirtschaft.

 

Feinschmeckern ist das Sulmtaler Huhn schon lange ein Begriff.

Zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert galt Geflügel aus der Steiermark als besondere Spezialität. Der steirische Kapaun war wegen seiner Größe und der besonderen Zartheit seines wohlschmeckenden Fleisches weit über die Grenzen der Steiermark hinaus verbreitet.

 

Daher war es an den europäischen Fürsten- und Kaiserhöfen auch als das ‚Kaiserhendl‘ bekannt. Selbst zur Krönungsfeier von Napoleon Bonaparte im Jahre 1804 wurden unter anderem 150 Kapaune und 50 Hühner vom steirischen Landesamt geordert.

 

 

Im 20. Jahrhundert


 

Nach den beiden Weltkriegen waren die genetischen Bestände des Sulmtaler Huhns nahezu ausgerottet.

 

Eine Renaissance dieser wetterharten Rasse ist einem Winzer und Gastwirt aus der Steiermark zu verdanken,  der sich trotz mehrer Rückschläge nicht davon abbringen ließ, dieses steirische Original zu retten. Zusammen mit Professoren der Veterinäruniversitäten Marburg und Laibach konnten wieder genetisch einwandfreie Sulmtaler Mutterherden zusammengestellt werden.

 

Optisch zeichnen sich die Sulmtaler Hühner durch ihre kräftige Statur und ihr Markenzeichen – einen kleinen Schopf und einen Wickelkamm bei den Hennen aus.

Meist ist das Gefieder gold-weizenfarbig, unter Rassegeflügelzüchtern jedoch auch in den Farbschlägen weiß, blau-weizenfarbig und silber-weizenfarbig anerkannt.

 

 

Eigenschaften


 
 

Die Sulmtaler sind eine robuste Rasse, die sich auch in rauen Lagen gut zurecht findet.

Sie scharren bei so ziemlich jedem Wetter im Freien und nehmen so mehr Insekten, Würmern und Gras auf als andere Hühnerrassen.

Dabei stehen ihnen mehr natürliche Rohstoffe zur Erzeugung ihrer Eier zur Verfügung. Liebhaber der Sulmtaler Eier loben den feinen und würzigen Geschmack sowie die schöne Dotter- und Schalenfarbe.

 

Temperamentvoll, legefreudig und genügsam bilden sie einen wertvollen ‚Hofstaat‘.

 

Die Legeleistung der Hennen beträgt ca. 150 Eier jährlich, das küchenfertige Gewicht der Hähne liegt nach einer ordentlichen Aufzucht von sechs bis acht Monaten bei ca. 2,0 – 2,5 kg. Sie bieten besonders schmackhaftes Fleisch, welches als ‚Schmor-Hendl‘ besonders gut zur Geltung kommt.

 

Durch ihre guten Bruteigenschaften, erneuert und erhält sich der Bestand regelmäßig und die dabei aufgezogenen Hähne lassen sich gut vermarkten, was gerade in kleinbäuerlichen Strukturen wertgeschätzt werden sollte.
 
 

Bestand und Gefährdung

 

Nach Angaben der TGRDEU belief sich 2013 der Bestand auf 876 Hennen und 183 Hähne. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen führt das Sulmtaler Huhn in der Roten Liste in Kategorie „Tiere aus anderen Ländern“.

 
 

Video zum Rasseportrait

 


 
 

Zum Haus-Huhn an sich

 

Das mitteleuropäische Landhuhn stammt vom asiatischen Bankivahuhn ab. Historisch belegt ist, dass in Asien bereits 5000 v. Chr. Hausgeflügel gehalten wurde. Der phönizische Welthandel brachte das Huhn vor 3000 Jahren nach Europa. Unter Karl dem Großen (742 – 814) wurden die ersten Verordnungen für die Hühnerzucht erlassen.

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