Pinzgauer Strahlenziege

Die Pinzgauer Strahlenziege ist eine große, kräftig gebaute Gebirgsziege mit mittellangem, schwarz bis braunem Fell. Im Gesichtsfeld weist Sie die namensgebenden weißen Strahlen auf, ebenso am Vorderfuß mit schwarzen Streifen durchzogen. Die Umgebung des Mauls sowie die Innenseite der Ohren und der Spiegel sind ebenfalls weiß. Meist sind die Tiere behornt.

 

Historie

 

Laut Recherchen von DI Günther Jaritz war die Pinzgauer Strahlenziege bis in die 1940er Jahre noch häufig in den Gebirgsauen von Salzburg und Tirol bis in die Chiemgauer Alpen anzutreffen.

Im salzburgerischen Pinzgau hatten sie den Ruf einer Ziege der besseren Leute und waren vor allem bei den großen Gütern anzutreffen.

 

Die im dritten Reich durchgeführte Rassebereinigung verbot die Haltung dieser Ziegenrasse, da diese nicht dem Ideal einer braunen Milchziege entsprach.

Beinahe ausgestorben, wurden 2002 auf Initiative der ‚Arche Austria‘ zusammen mit dem Salzburger Landesverband für Schafe und Ziegen erste Erhaltungsmaßnahmen ergriffen. Die Anfangspopulation umfasste zu Beginn nur rund 30 Tiere aus fünf nicht verwandten Beständen.

 

 

Eigenschaften

 

Die Pinzgauer Strahlenziege erweist sich als robuste und
genügsame Gebirgsrasse, die auch für extreme Haltungsbedigungen gut geeignet ist.

 

Als widerstandsfähiges Almtier, weist sie noch einige ursprüngliche Verhaltensmerkmale auf. Beispielsweise legt sie sich Scheuerplätze für die Hautpflege an, versteckt zum Schutz die junge Kitze oder sucht instinktiv bei drohendem schlechtem Wetter Felsunterstände auf. Die gute Unterwolle macht sie auch für Kälte wenig anfällig.

 

Als Landschaftspfleger machen sie sich zudem bei der Verdrängung von Brombeeren, Fichten, Farn, u.ä. nützlich.

 

 

Verwendung von Milch und Fleisch

 

Als gute Milchlieferanten erreichen sie eine Jahresleistung von ca. 650 kg Milch. Diese ist geschmacklich besonders mild und erweist sich dadurch von guter Qualität.

 

Bei der Leistungsprüfung des 30-Tages Gewichtes kommen die Kitze auf Werte zwischen 9,5 und 12 kg.

 

 

Bestand und Gefährdung

 

In Österreich werden die Pinzgauer Strahlenziegen in der höchsten Gefährdungskategorie geführt. 2014 gab es nur 65 Herdbuchtiere. In Deutschland gibt es aktuell noch kein Herdbuch für diese Rasse, seit Ende 2016 sind unsere Strahlenziegen aktuell die einzigsten wieder in Deutschland gehaltenen.

 

Strahlenzeichnung

Strahlenziegentypen sind aufgrund der engen Verwandtschaft zur ursprünglichen Bezoarziege im gesamten Alpenraum anzutreffen. Die Strahlenzeichnung ist somit kein angezüchtetes Merkmal, sondern vielmehr ein natürliches Erscheinungsbild.

Daher ist die Pinzgauer Strahlenziege leicht mit der Bündner Strahlenziege, der British Alpine oder auch der Thüringer Waldziege leicht zu verwechseln, jedoch genetisch nicht miteinander verwandt.

    

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