Blaue Wiener

Schon früh gab es blaufarbige Kaninchen. Hollands bedeutender Naturforscher Antoni van Leeuwenhoek (1632 – 1723), kannte und beschrieb diese Tiere bereits im 17. Jahrhundert; sie fanden jedoch bis Ende des 19. Jahrhunderts kaum Beachtung.

 

Um die Jahrhundertwende machte es sich Johann Constantin Schlutz, Vorsitzende des 1. Wiener Kaninchenzüchtervereins, zur Aufgabe, den „Blauen Wiener Riesen“ zu züchten.

 

 

Historie

Johann Constantin Schultz soll für sein Zuchtziel Belgische Riesen wegen der Größe, französische Halbwidder wegen der Robustheit und wegen der Farbe Lothringische Riesen eingesetzt haben und gilt als der Vater dieser neuen Rasse. Schultz hatte zwar etwas ganz anderes als die heutige Rasse züchten wollen, denn dem Streben der damaligen Zeit zufolge lag sein Zuchtziel darin, eine möglichst große Rasse zu schaffen und daher stammte zunächst auch die Bezeichnung „Wiener Riesenkaninchen“.

 

Das Blaue Wiener-Kaninchen, das sich später durch seine wunderschöne Farbe, seine Fellgüte und Wirtschaftlichkeit auszeichnen sollte, wurde 1895 im Wiener Prater zum ersten Mal ausgestellt, im Jahre 1897 wurde sie vom österreichischen Zuchtverband als „Blaue Riesen“ anerkannt.

 

 

Erscheinung

Als heutige mittelgroße Rasse bringen die Blauen Wiener rund 4 bis 5 kg auf die Waage.

Ein Aushängeschild dieser Rasse ist die leicht gestreckte, walzenförmige Körperform in Verbindung mit einem kräftigen Kopf, gut ausgebildeten Backen, breiter Stirn und Schnauzbreite. Die voll behaarten Ohren sind kräftig und abgerundet, die im Idealfall V-förmig getragen werden.

Das Fellhaar ist mittellang und gleichmäßig über den ganzen Körper begrannt. Die Deckfarbe ist mittel- bis dunkelblau, die Unterfarbe etwas heller.

Die Augenfarbe ist blaugrau.

 

 

Eigenschaften

Gute Futterverwertung, Schnellwüchsigkeit, Fruchtbarkeit, gutes Aufzuchtvermögen, Vitalität, Widerstandskräftig gegenüber Witterung und Krankheiten und Genügsam bei Futter und Stallanlage.

 

 

Bestand und Gefährdung

Laut TGRDEU sind die blauen Wiener in der Kategorie ‚Vorwarnstufe‘ geführt. Im Vergleich zum Jahr 2004, ist der Bestand im 2015 bis auf die Hälfte gesunken

 

 

Das Kaninchen an sich

Das Kaninchen ist eine vergleichsweise junge Haustierart. Die Domestikation des Wildkaninchens begann erst 500 – 300 v. Chr. (Nachtsheim 1977).

Schriften aus dem griechisch-römischen lassen vermuten, dass Kaninchen im östlichen Mittelmeerraum vor dem 4. Jh. v. Chr. nicht bekannt waren. So hielten Spanier und später auch Römer Kaninchen bereits im ersten Jahrhundert vor Chr. in ummauerten Gehegen, um ihre ständige Verfügbarkeit als Frischfleischlieferanten zu garantieren. Die erste zahmen Kaninchen wurden in den südfranzösischen Klöstern des frühen Mittelalters gezüchtet.

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