Pflanzenportrait

Stangenbohne ‚Blaue Adliswil‘


Mittwoch, 04. Januar 2017





1902 kaufte eine Frau im zürcherischen Adliswil von einer Wanderhändlerin Samen der Stangenbohnen, welches sie daraufhin Jahr für Jahr selbst weiterzüchtete. Dem Nachbarn gab sie auch einige Samen. Dieser kultivierte die 'Blaue Adliswil' weiter, bis ihm in einem Frühling all seine Pflanzen erfroren. Saatgut hatte er keines mehr und auch die Nachbarin war bereits verstorben.

 

Glücklicherweise fand die Tochter der Nachbarin in deren Nachlass eine kleine Tüte mit sieben Bohnen der 'Blauen Adliswil'.  Der Beschriftung nach war das Saatgut bereits neun Jahre alt, die sieben Bohnen gab sie jedoch dem Nachbarn.

 

Dieser säte die Samen sorgfältig in Töpfen aus und alle Samen keimten noch.

 

Die violetten, bis zu 15 cm langen Hülsen bleiben lange fadenlos und eignen sich als grünreife Fisolen. Die getrockneten hellbraunen Kerne eigenen sich auch zum trocknen.

 

 

Die Gartenbohne an sich


 

Die Gartenbohne bildet zwei Sorten: Die Stangenbohne, welche sich mehrere Meter hoch windend rankt, und die Buschbohne, die bis zu 60 cm hoch wird und nicht rankt.

 

Wärend die Wildart der Gartenbohnen in Südamerika bereits 6000 v. Chr. als Sammelfrucht verzehrt wurde, entwickelte sie sich ab ca. 3000 v. Chr. mit zunehmender Feldwirtschaft zu einer wichtigen Nahrungspflanze der Indios.

 

Im 16. Jahrhundert finden sich die ersten Beschreibungen der Gartenbohnen in Europa. Zu dieser Zeit wurde die Gartenbohne bereits in Italien angebaut. Weite Verbreitung in Deutschland fand sie erst hundert Jahre später. Sie löste dann die bis dahin bekannte Puffbohne ab, die danach vorwiegend als Viehfutter eingesetzt wurde.

 

Die Gartenbohne gehört aufgrund ihres Eiweissgehaltes zu den wichtigsten Kulturpflanzen und hat grosse Bedeutung für die Welternährung. Stangenbohnen werden heutzutage aufgrund der aufwendigen Ernte im intensiven Erwerbsanbau kaum noch kultiviert.

 

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